Ringe helfen

 

Durch Rheumatoide Arthritis kommt es in den betroffenen Gelenken neben Schmerz, Schwellung und muskulärem Ungleichgewicht zu Bewegungseinschränkungen und typischen Gelenksveränderungen.

Gelenksveränderungen im Bereich der Finger:

 * Schwanenhalsdeformität: Überstreckung der Fingermittelgelenke, Beugung der Fingerend- und Fingergrundgelenke

 * Knopflochdeformität: Beugung der Fingermittelgelenke, Überstreckung der Fingerend- und Fingergrundgelenke

 * Knopflochdeformität des Daumens (90/90 Deformität): Beugung im Daumengrundgelenk und Überstreckung im Daumenendgelenk

 Ringe:

Eine ergotherapeutische Maßnahme zur Beeinflussung der Fingerfehlstellungen ist die Schienenversorgung. Ringe bieten nun eine Alternative zu niedrigthermoplastischen Schienenmaterialien.

   
  Abbildung 1 Fingerringe
 
Anwendung:

Ringe werden als therapeutische Maßnahme bei Schwanenhalsdeformität und Knopflochdeformität der Langfinger und bei 90/90 Deformität des Daumens eingesetzt.
Die Versorgung sollte bereits im Frühstadium stattfinden, sobald eine Tendenz zur Fehlstellung erkennbar ist. Wesentlich für den Therapieerfolg ist, dass die Fehlstellung noch nicht durch Veränderungen der Gelenksstrukturen fixiert ist.

 Funktion:

Der Ring verhindert durch seine Form die pathologische Überstreckung des Gelenkes, gleichzeitig ermöglicht er eine vollständige Beugung und damit uneingeschränkte Greiffunktion. Er wirkt damit korrigierend auf die Fehlstellung, auf das muskuläre Ungleichgewicht und verbessert insgesamt die Greiffunktion der Hand.

 Schwanenhalsdeformität und Ringversorgung:

Die Überstreckung des Fingermittelgelenkes wird durch den Ring verhindert, Beugung und Greiffunktion bleiben erhalten, Streckung im Fingerendgelenk wird ermöglicht. Der Ring sollte nach Möglichkeit in Kombination mit einer Handgelenksfunktionsschiene getragen werden, da dadurch eine zusätzliche Korrektur über die Fingergrundgelenke erfolgt.

 

   
  Abbildung 2 Schwanenhalsdeformität und Ringversorgung

 
Knopflochdeformität und Ringversorgung:

Die Überstreckung des Fingerendgelenkes wird durch den Ring verhindert, Beugung und Greiffunktion bleiben erhalten, Streckung im Fingermittelgelenk wird ermöglicht.

  90/90 Daumen und Ringversorgung:

Die Überstreckung im Daumenendgelenk wird durch den Ring verhindert, Beugung und Greiffunktion bleiben erhalten, Streckung im Daumengrundgelenk wird ermöglicht.

   
   Abbildung 3  90/90 Daumen
   
 

Abbildung 4 Ringversorgung

bei 90/90 Daumen

     
Ablauf

Voraussetzung für die Anwendung der Ringe ist ein genauer ergotherapeutischer Gelenksbefund, anhand dessen Gelenk und Art der Korrektur festgelegt werden. Danach wird der Ring von einer Goldschmiedin individuell für jeden Patienten angefertigt.

 Zusätzliche Hinweise zur Anwendung der Fingerringe:

* Die Ringe korrigieren die Fingerfehlstellung und verbessern die Greiffunktion in Aktivität. Sie werden daher während des Tages getragen

* Das Tragen der Ringe ersetzt nicht aktive und passive Bewegungsübungen

* In regelmäßigen Abständen sollten Kontrollen durch eine Ergotherapeutin durchgeführt werden

 
 Kontaktadressen: 
 Andrea Strohmayer
 Ergotherapeutin
 Kupkagasse 6/4, 1080Wien
 Tel: 0699/22183737 
 Elisabeth Gort
 Schmuckeinzelanfertigungen - Kleinserien
 Neulerchenfelderstraße 11/7, 1160 Wien
  Tel: 0650/7006188