Therapiewoche 2009

Frau Formanek veranstaltete für rheumakranke Kinder gemeinsam mit ihren Eltern eine Therapiewoche im Hotel Eschenhof in Bad Kleinkirchheim ( Kärnten).

TERMIN: 5.7.09 - 12.07.09

 

Die Therapiewoche war voll ausgebucht. 


Bericht von Michael

Am 5.7. war es soweit, wir machten uns auf den Weg nach Bad Kleinkirchheim, wo die 4.  Therapiewoche stattfinden sollte. Ich machte mich mit gemischten Gefühlen auf den Weg, auf der einen Seite war da die Hoffnung, dass es meiner rheumakranken Tochter Leonie nach dieser Woche besser gehen würde, auf der anderen Seite war mir auch etwas mulmig zumute, da ich wusste, dass ich die einzige Mutter sein würde, die allein mit drei kleinen Kindern teilnehmen würde. Außerdem hatten wir noch nie zuvor an einer Therapiewoche teilgenommen.


Nach unserer Ankunft wurden wir um 14 Uhr von Karin Formanek begrüßt und es wurde uns das ganze Team und auch die anderen Eltern und deren Kinder vorgestellt. Danach bekam jedes Kind eine Mappe, in der sich für jeden Tag ein Therapieplan befand. Auch die Geschwisterkinder bekamen ihren eigenen Plan. Angeboten wurden Physio- und Ergotherapie, Unterwassertherapie, Reiki und Mehrhändetherapie.
Am Montag ging's los: um 8 Uhr fand im Therapieraum für alle Kinder die Morgengymnastik statt, danach gab's noch gemeinsam mit den Eltern ein Morgenritual. Dabei wurden durch spielerische Übungen die Gelenke der Kinder gelockert, es fand eine sehr familiäre Atmosphäre statt und selbst mein Morgenmuffel Leonie war danach fröhlich!


Im Anschluss daran gab's Frühstück und danach begannen auch schon die verschiedenen Therapien, die ich gemeinsam mit meiner 3 1/2 jährigen Tochter besuchen sollte. All meine Ängste, die ich vor der Therapiewoche bezüglich meiner beiden anderen Kinder (Annika, Zwillingsschwester und Jan-Philipp, 11 Monate) und deren Betreuung während der Therapiezeiten hatte, zeigten sich im Laufe dieser Woche als völlig unbegründet. Sowohl Karin Formanek und ihr Team, als auch die anderen Eltern und das Team vom Vitalhotel Eschenhof standen mit Rat und Tat hinter mir und unterstützten mich diesbezüglich, wo es nur ging. Mir fiel ein Riesenstein vom Herzen, denn ich konnte stets während der Einzeltherapien bei Leonie sein und auch an den Vorträgen teilnehmen, während ich meine beiden anderen Kinder immer gut aufgehoben wusste.

Leonie wurde während dieser Woche Ergo- und Physiotherapie, Reiki und Unterwassertherapie angeboten. Diese fanden immer vormittags statt. Nachmittags wurde jeden Tag etwas in der Gruppe mit den anderen Kindern gemeinsam gemacht, z.B. Fußgymnastik, Atemmeditation oder KIM Spiele. Außerdem gab es ja noch das Atelier, wo Karen und Michael mit den Kindern kreativ sein konnten. Dort wurde Salz Teig geknetet, gemalt, gefilzt, uvm.

Meiner Tochter genoss die verschiedenen Therapien sehr, sowohl einzeln nur mit ihrer Mama, als auch in der Gruppe mit den anderen erkrankten Kindern. Sie bekam während dieser Woche ein Gefühl dafür, dass sie mit ihrer Krankheit nicht alleine ist, und dass sie trotz der Diagnose "Kinderrheuma" nicht weniger wert ist, als jedes andere gesunde Kind auch. Sie schloss die Therapeutinnen sehr in ihr Herz, die sich rührend um sie angenommen haben.

Für uns Eltern gab es jeden Nachmittag, während die Kinder bei der Gruppentherapie waren, SHG mit Karin Formanek. Hier wurden verschiedene Themen, wie z.B.: "Welche Förderungen stehen einem Rheumakind zu?", "Was muss ich als Elternteil unternehmen, um einen Aufenthalt mit meinem Kind in der Klinik für rheumakranke Kinder in Garmisch - Partenkirchen zu ermöglichen?", usw. besprochen. Man bekam interessante Tipps und konnte sich mit den anderen Eltern austauschen und über die eigenen Erfahrungen sprechen.

Um 16:30 fand für die Eltern jeden Tag ein Vortrag rund um das Thema "Kinderrheuma" statt. Diese wurden abwechselnd sowohl von den Ärzten, als auch von den Therapeutinnen gehalten. Am Freitag kam auch extra ein Orthopädietechniker von der Firma Pohlig Tappe aus Wien angereist, um uns über verschiedene Heilbehelfe zu informieren. Es war jedes Mal sehr interessant und aufschlussreich.

Außerdem bestand für uns Eltern die Möglichkeit, einen Termin für ein privates Gespräch mit einem der Ärzte zu vereinbaren. So hatte man die Möglichkeit in einem Einzelgespräch, die individuelle Krankengeschichte des eigenen Kindes zu besprechen und sich Tipps für die Zukunft und das weitere Handeln zu holen. Dies nahm ich sehr gern in Anspruch, denn dazu gibt es im Alltag in diesem Ausmaß leider kaum Gelegenheit.

Ich lernte während der Therapiewoche auch, wie ich meiner Tochter richtig Spritzen verabreiche. Hr. Dr. Rippel erklärte uns Eltern sehr geduldig die einzelnen Vorgänge und die arme Karin stellte sich als Versuchskaninchen zu Verfügung und bekam einige Injektionen (nur mit Kochsalzlösung). Jetzt im Alltag bin ich sehr froh darüber, dass ich weiß, worauf ich diesbezüglich achten soll, da ich seit kurzem Leonie Ebetrexat spritzen muss.

Ein Highlight gab es am Dienstag den 7.7.09! Unsere Schirmherrin, die berühmte Schirennläuferin Niki Hosp, kam uns im Eschenhof besuchen. Sie verewigte sich auf den T-Shirts der Kinder und schrieb ganz viele Autogramme. Auch Fotografen waren da und schossen unzählige Fotos für die Zeitung. Es war für uns alle sehr aufregend!

Am Samstag fand für alle erkrankten Kinder gemeinsam mit den Therapeutinnen eine Rätselrallye statt. Leonie fand es sehr lustig und war besonders stolz auf ihre gewonnenen Preise. Danach konnten die Kinder ihre Kunstwerke, die während der Therapiewoche entstanden sind, für eine Versteigerung zur Verfügung stellen. Diese wurde von den Eltern zahlreich besucht, wodurch für die SHG mehr als 400€  gesammelt werden konnten.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass sowohl meine Kinder, als auch ich als Mutter, die Therapiewoche sehr genossen haben. Wir sind Karin und ihrem gesamten Team wirklich dankbar, dass wir daran teilnehmen durften und sie uns so toll unterstützt haben. Nächstes Jahr sind wir bestimmt wieder mit von der Partie und freuen uns schon jetzt darauf!