Therapiewoche 2011/2

Heii Leute!
Ich bin Leonie, vor kurzem 16 geworden und wohne in einem kleinen Dorf in Oberösterreich!
Mit vielen von euch Lesenden teile ich wahrscheinlich ein Schicksal und eine Gemeinsamkeit, die für diesen Artikel und die Zugehörigkeit zur Rheumalis-Selbsthilfegruppe der „Grundstein“ beziehungsweise der Anfang ist!- seit ca. 7 Jahren leide ich an einer chronischen Gelenkserkrankung, die zum rheumatischen Formenkreis zählt!
Deshalb werde ich seit 5 Jahren in der Kinder und Jugendrheumatologie Garmisch Partenkirchen betreut. Bei einem stationären Aufenthalt habe ich Dominik Formanek, den diesjährigen Assistenten bei der Therapiewoche, kennengelernt.
Zwischen uns entwickelte sich eine gute Freundschaft, wir blieben in Kontakt, ich erfuhr von der Rheumalis-Selbsthilfegruppe und dann stand ich auch schon bei der Intensiv-Therapiewoche 2011, in einem erstklassigen Hotel!

Ankommen, Begrüßungen, Zimmer beziehen, Essen, einen ersten Eindruck vom Hotel verschaffen, Ansprache, großes Kennenlernen und ärztliche Voruntersuchung- das waren die Punkte der To-Do-List für Sonntag!

Naja. Dann ging’s am Montag auch schon ruck- zuck los!
Zeitig um 8:00 morgens trafen wir uns wie auch an allen folgenden Tagen im passenden Outfit zur Morgengymnastik!
Passendes Outfit und WIR?!
Mit WIR meine ich alle Kinder und Jugendlichen und mit passendem Outfit meine ich die vor der Woche festgelegte Kleiderfarbe für jeden Tag. Dazu später noch mehr.
Mit Songs wie „So What“ von Pink wurden selbst jene, die noch nicht ganz wach waren, aufgeweckt! Übung um Übung, Lied um Lied! Nebeneinander strampelten alle brav wie die Weltmeister, bildeten perfekte Duplikate des Rheumalis- Maskottchens bei der Schildkrötenübung oder dehnten unter Stöhnen und Ächzen ihre hintere Beinmuskulatur!
Nachdem auch die Mamis und Papis eine Viertelstunde länger Morgenmuffel spielen konnten, folgte für alle das Morgenritual mit Reiki- Meisterin Sylvia! Der Ablauf des Rituals begann  mit dem Einschalten der Energiezentren (abhängig von der Kleiderfarbe), gefolgt von der Reise zum Regenbogen und dem Wünschetransport! Ob ihr es glaubt oder nicht, der ein oder andere Wunsch ist mit Sicherheit in Erfüllung gegangen!

Früüüüüüüüüüühstück! Oh Gott- nicht nur bei dem Frühstück sondern bei Zwischenmahlzeiten, Mittagessen und Abendessen, da wurde jeder schwach! Am Ende der Woche hatte ich das Gefühl, als wäre ich um die Hälfte meines eigentlichen Gewichts schwerer geworden!

Der Tagesablauf wurde für jedes Kind vom Team besprochen und abgestimmt!
In den unterschiedlich, gemütlich eingerichteten Therapieräumen konnte man sich bei der Physiotherapie durchaus gut entspannen- bis es ans Triggern ging! haha
Auch die anderen Einzeltherapien wie Craniosacral und Osteopathie haben zwar keine Wunder gewirkt, aber richtig gut getan! Dabei wurden wir von unterschiedlichen Therapeutinnen liebevoll behandelt!

Eine für mich unvergessliche und noch immer unvorstellbar komische Therapie war Kalima oder auch  Mehrhändebehandlung genannt! Innerhalb von einer halben Stunde haben drei Therapeuten mich von liegender Position aus, verdreht, verknotet, hingestellt, hingesetzt und plötzlich lag ich auf dem Boden neben der Untersuchungsliege! Unheimlich, nicht wahr?! Anscheinend haben mich die Drei aber nur so bewegt wie es mein Körper, also ich selbst vorgegeben hab! Ich bin immer noch richtig begeistert davon!

Witzig fand ich die Suche nach dem persönlichen Krafttier! Auf einer Entspannungsreise begegnete ich meinem Krafttier, dem Löwen. Die Gestalt dieser Tiere entspricht nicht unbedingt der Realität, so  hörte ich zum Beispiel von einer lila Kuh oder einem orangen Wal. Krafttiere sollen uns auf unserem weiteren Weg begleiten und uns Kraft schenken.

Das  Atelier war für mich eine tolle Möglichkeit, mich Kreativ zu betätigen und auch den  Kleineren Unterstützung zu bieten beim Basteln. Ketten, Ohrringe, Ringe, Armbänder, Leinwände, Bilder und andere mit Liebe und Spaß fertig gestellte Kunstwerke wurden zum Abschluss der Woche versteigert!

Hoppeldiehopp. Schon saß man im nächsten Therapieraum bei der Patientenschulung, „Helping Hands“ oder auch im Schwimmbad bei der Unterwassertherapie. Bei diesen ganzen Gruppentherapien haben wir uns gegenseitig nicht nur sehr gut kennengelernt und verstanden, sondern gemeinsam auch neue Dinge gelernt und bewältigt und auch noch Spaß dabei gehabt!

Da wären wir dann beim Thema! Zwischen den Therapien und Untersuchungen rannte man dem ein oder anderen über den Weg und wechselte aufmunternde, unterstützende, kumpelhafte Worte und verbrachte Zeit miteinander! Wir hatten jede Menge Spaß, zusammen viel gelacht und uns richtig dick ins Herz geschlossen, uns gegenseitig unterstützt und die aufregende Woche so bewältigt! Obwohl Kinder jeder Altersklasse im ganzen Hotel rumflitzten bekamen wir die Sache gut hin und stellten, wie ich finde, eine angenehme Gruppe dar!
Diese Woche verging viel zu schnell!

Vor dieser Woche war ich skeptisch und dachte, mir würde langweilig werden und ich wäre zu alt für so etwas. Ich sagte sogar zu meiner Mama, dass ich nächstes Jahr bestimmt nicht dabei sein möchte…

Doch all diese Gedanken waren schnell über den Haufen geworfen und verflogen! Ich hatte nicht mit so einem Therapieangebot und solch einem Umgang mit Eltern und Kindern gerechnet! In dieser Woche lernte ich außerdem viele neue Dinge kennen. -Eine unvergessliche Woche……
Für mich war es eine wirklich tolle Erfahrung und ich kann auch Jugendlichen in meinem Alter durchaus noch dazu raten sich auf solch eine Woche einzulassen!
Hoffentlich  findet nächstes Jahr wieder so eine aufregende, erfahrungsvolle Woche statt, dann bin ich wieder dabei ;-)


Ein großes  Dankeschön geht an das Team- Familie Formanek, allen Therapeuten und nicht zu vergessen, an Frau Dr. Pilz und Herrn Dr. Michels!

Die SHG Rheumalis möchte sich im Namen aller Rheumakinder herzlichst für die Unterstützung  von  dieser Woche bei  Pfizer Corporation Austria Gesellschaft m.b.H., Abbott GmbH, Roche Austria GmbH, Hotel Eschenhof, Stadtwerkstatt Nomik GesmbH, Lichtpunkt - Ingrid Auer, Spirig Pharma GmbH, Perugingi, Lions Club Wien Ambassador, Österreichische Nationalbank, Pohlig Tappe GmbH, K-Aktive Europe GmbH., Berglandmilch, Kontrollbank, Endorphin Junkies, Speltenbacher Thermalwasser GmbH, Leo Club Wien Host, Autohaus Toyota Müller  bedanken.
 

Aus Rheumalis Express 1/2011