Inakzeptanz gegen kranke Kinder

Die Inakzeptanz der Gesellschaft gegenüber kranken Kindern


Es ist ja nicht wirklich ein neues Thema, trotzdem sind wir nach wie vor damit tagtäglich konfrontiert.

Elisabeth Pos


Die Frage, die sich immer wieder stellt, lautet: wie krank muss ein Kind aussehen, um für die Umwelt krank zu sein. Nach wie vor lautet die Devise: kann ein Kind hüpfen, ist es nicht krank.


Erst letztlich hatte ich wieder einige dieser Erfolgserlebnisse.

In der Schule bat ich die Mathematiklehrerin, Rücksicht auf meine Tochter zu nehmen, wenn geometrische Figuren gezeichnet werden, da sie aufgrund der Fingerhaltung sich verkrampft und abrutscht, die Zeichnung daher nicht 100%ig stimmt. Mit der Schiene gelingt das halt nicht immer so perfekt. Hierbei ging es nur um Schul- und Hausübungen, nicht um Tests oder Schularbeiten (betrifft die Fairness gegenüber Anderen). Die subtile Antwort lautete: “Ah, sie trägt die Schiene zum Schreiben!“. Was soll man da allenernstes noch hinzufügen.

Die Turnlehrerin hingegen geht voll auf die Erkrankung ein, meine Tochter darf mitmachen, wie sie kann (hat übrigens eine Teilbefreiung) und wir auch gelobt, wenn sie nur Hilfestellungen für Andere übernimmt. Doch hier kam die Kritik von einem befreundeten Buben (die Kinder kennen sich seit dem Kindergarten) der meinte, wieso bekommst du eine bessere Note als ich, du kannst ja gar nicht turnen (wohlgemerkt turnt der Knabe aber mit einem anderen Lehrer). Hier taucht natürlich die Frage auf, ob das von ihm selber kommt oder doch aus dem Elternhaus, das  gerade  hier aufklärende Arbeit leisten sollte.
Unsere Kinder erbringen genau die gleichen Leistungen wie ihre Klassenkameraden, die keine Erkrankung haben, aber das wird nicht gesehen, vor allem nicht von den Eltern, die sich nur über die Erfolge ihrer Sprösslinge definieren können.

Auch ein Gespräch beim Arzt wurde von mir mit besonderem Interesse verfolgt, wenn sich ältere Leute darüber unterhalten, welche Gelenksschmerzen sie doch nicht haben und ihr Leben eingeschränkt sei, abgesehen von den vielen Medikamenten. In diesem Fall ist es über mich gekommen und ich habe meine gute Erziehung vergessen und den  Betreffenden erklärt, sie sollen doch froh sein, das erst jetzt zu haben und nicht so wie meine 11jährige Tochter seit 9 Jahren.

Man glaube es nicht……………..Stille.


Jeder wird immer wieder Erlebnisse allen möglichen Umfanges haben und aus diesen Kriterien heraus kann nur mehr gesagt werden, wir müssen versuchen noch viel mehr Aufmerksamkeit zu erzielen, um unseren Kindern eine annähernd gleiche Lebensqualität, wie die Anderen es erleben dürfen, bieten zu können.

(Aus Rheumalis Express März 2009)